Wie können schlechte Tage noch gute Aspekte haben?

Heute war einer dieser Tage, die ich im ersten Augenblick gern streichen möchte.

Wo fange ich an? Bei der geplanten Radtour zum Kindergarten, die nur enttäuschte Kinderaugen zurückließ, weil Muddi zu früh davon erzählt hat und am Ende die Raddeichsel gestreikt hat…

Über unkomfortable Auseinandersetzungen, die im Zusammenleben mit drei Generationen unter einem Dach zwangsläufig auftreten…

Über die Radtour mit dem Kleinen, der spontan während unserer Zweier-Tour sein Laufrad in die Ecke schmiss, weil er keinen Bock mehr hatte…

Zu mir, die so ein schlechtes Gewissen hatte, dass sie dem Kleinen womöglich zu viel zugemutet hatte.

Zum Nachmittag, der der Vorbereitung meines bevorstehenden Kundentermins diente, meinen Kopf mächtig zum Rauchen brachte und mich immer unentspannter werden ließ.

Bis hin zum Kundentermin, in dem alles, aber wirklich alles schief ging. Die Technik war da noch das geringste Übel. Zoom fiel nach über einer Stunde ständig aus und brachte stattdessen lustige Standbilder zutage.

Plötzlich saß ich nur noch allein in der Leitung. Dann aber rief mein Kunde auf meinem mit 3% Akkusaft bestückten Handy an. Und ja natürlich brach es nach kurzer Zeit zusammen. Ich hatte kein Ladegerät zur Hand. Um das zu holen musste ich von unten nach oben hetzen und von oben aus dem Kindertrubel wieder nach unten. Das klingt banal und machbar, aber durch den Wechsel hat sich mein Handy in das andere Netz eingeloggt. Wir standen also schon wieder vor Verbindungsproblemen.

Nachdem wir am Ende immerhin noch in der Lage waren, die letzten wichtigen Sätze zu wechseln und uns vernünftig zu verabschieden, brach ich innerlich zusammen.

 

Es gibt sie, die guten schlechten Tage

Ja, diese Tage gibt es. Vorher rennt man rum, wie der weibliche Häuptling vom Dienst. Alles im Griff. Kinder, Haushalt, Arbeit. Logisch. Kein Problem. Hobby? Auch das, wenn nötig. Gute Laune? Immäää! Eheleben und Partnerschaft? Hammer!

Aber wenn man nicht aufpasst, greift das Leben ein. Für einen Moment hatte ich das Gefühl, dass ich alles hinschmeißen möchte. So viel Zeit in die Selbstständigkeit gesteckt. Immer wieder neu sortiert, umgeworfen, gefeilt, gelernt, geackert, um am Ende das Gefühl zu haben, alles und nix damit erreicht zu haben.

Ich glaube aber, dass diese schlechten Tage wichtig sind. Damit meine ich natürlich keine schlechten Kundentermine, sondern vielmehr diese Tage, an denen es anders läuft, als geplant und diesem Fall schlecht anders. Am Ende haben sie etwas Gutes.

 

Was schlechte Tage Gutes tun können

Schlechte Tage können uns

  • zwingen, einen Gang runterzuschalten
  • wieder auf das Wesentliche konzentrieren lassen
  • reflektieren und nachdenken lassen
  • wieder etwas mehr Ordnung und Struktur in unser Leben bringen
  • gelegentlich spiegeln, was wir anders / besser machen können
  • auf Themen aufmerksam machen, die wir vorher vielleicht übersehen haben
  • den eingefahrenen Tunnelblick auflösen

 

Nach meinem innerlichen Lockdown, ist mir einiges klar geworden. Ich habe in der letzten Zeit so sehr über meine Kapazitätsgrenze hinaus gelebt, dass es nur eine Frage der Zeit war, dass irgendetwas schiefgeht. Unkonzentriert, müde, ausgelaugt und schlapp. Das bin ich. (Übrigens gibt es hier einen netten Artikel zum Thema „Doppelbelastung von Eltern“).

Unser Urlaub steht kurz bevor und wir alle können es kaum noch erwarten. Familienzeit, Ausflüge, Tapetenwechsel und Abstand. Leckeres Essen, Alltagsregeln brechen, Spaß haben und Pause. 

Mir zeigt es gerade wieder, dass diese Pausen im Alltag viel zu kurz kommen und Urlaube nur ein Teil des Ganzen sind. Nichts Neues eigentlich, aber ich muss mich selbst immer wieder daran erinnern bzw. erinnert werden.

 

Pausen machen, schadet nicht!

Wenn ich jetzt auf diesen Tag zurückblicke, sehe ich gerade als erstes meinen Kleinen vor mir, wie er mir hochkonzentriert den Titelsong von Feuerwehrmann Sam vorsingt: 

„Alarm, es kommt ein Notruf an, Feuerwehrmann Sam ist unser Mann. Nüüünaanüünaa. Ganz legal, was auch passiert, er bleibt ruhig unkonzentriert. Denn er löscht jeden Brand, Feuerwehrmann Sam. Dafür ist er bekannt, Feuerwehrmann Sam. Was immer dich Brooooooot, Sam hilft dir in der Nooooot!“

 

Ich liebe es! Und gleich gucke ich mir meine schlafenden Zwerge an und freue mich, dass doch eigentlich alles in Ordnung ist.

 

Und die Moral von der Geschicht: Pausen machen, schadet nicht! Bei Brot-Notfällen einfach Sam fragen. 

Download zur Checkliste für gute schlechte Tage

Download Checkliste - Schlechte Tage gut machen

 

Wie gehst du mit schlechten Tagen um? Schreibe es mir in die Kommentare. 

 

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